Nachruf auf Bildhauer und Maler Prof. Anatol Herzfeld

Familie Michel Oskar Ruepp und Mitarbeiter der Adler Apotheker trauern über das Ableben unseres hochgeschätzten Freundes, Mitstreiter für die Erhaltung der Natur, Bildhauer und Maler Prof. Anatol Herzfeld  am 10. Mai 2019 in Moers. Der Düsseldorfer Künstler Anatol Herzfeld ist im Alter von 88 Jahren gestorben https://de.wikipedia.org/wiki/Anatol_Herzfeld. In Remscheid war Anatol häufig zu Gast, am 8. Mai 1976 'ARBEITSZEIT mit der Akademie Oldenburg und dem Feelisch aus Remscheid', 1985 schuf er die Plastik Stuhl der Kreuzblume ein Thron für die Natur  auf der Alleestraße und 1986 den Adler aus Bronze über dem Eingang zur Adler Apotheke (www.adlerrs.com).

 

Anatol und seine Ehefrau Erdmute waren 2014 auch bei der 280 Jahrfeier der Adler Apotheke zugegen, auf dem Bild (privat) von links: Prof. Milan Knizak, Fluxus Ost, ehemaliger Leiter der Kunstakademie Prag und Direktor der National Galerie Prag; Prof. Anatol Herzfeld; Frank Merks, Bildhauer Seewerk, Moers; Dr. Kristian Ruepp; Michel Oskar Ruepp, Apotheker; Carlo Kerg, Architekt, Luxemburg, sein Vater Prof. Theo Kerg, Paris, gestaltete 1964 die Adler Apotheke (www.adlerrs.com).

Anatol und Frank Merks folgten 2014 der Einladung von Pfarrer Landau im Rahmen der Nacht der Kultur und zeigten ihre Arbeiten in der Paulus Kirche in Hasten.

 

Die Adler Apotheke hatte Anatol erst kürzlich eingeladen, noch in diesem Mai erneut eine "Arbeitszeit" auf der Alleestraße zu gestalten - auch in Erinnerung an Anatols Arbeitszeit am 8. Mai 1976 vor der Adler Apotheke mit der Akademie Oldenburg. Für Remscheid schuf die ADLER APOTHEKE mit ihrer Einladung an Anatol und seine Akademiefreunde die dankenswerte Basis das zu tun, wovon in großstädtischen Zirkeln nur gesülzt wird: auf die Straße zu gehen, die nichtssagende Vokabel KUNST mal für bestimmte Zeit aus dem Sprachschatz zu verbannen und stattdessen vor und mit interessierten oder zunächst auch nur neugierigen Passanten in den verschiedensten handwerklichen Disziplinen kreativ zu arbeiten. 

Eben nicht "Kunstaktion"... sondern Arbeitszeit. KUNST IST ARBEIT als frei übersetzte Konsequenz aus dem, was ein so bedeutender Mann wie Goethe  schon vor über 100 Jahren gesagt hat "Genie ist Arbeit". ... 

 

Die Erfahrungen der Remscheider ARBEITSZEIT mit der Akademie Oldenburg machen es leicht, beweiskräftig zu werden. Ein voller Tag steckte in jeder der entstandenen Arbeiten - Zeit, Kraft, Schweiß, Konzentration, Überlegungen, Diskussionen usw. Und allein die Ergebnisse würden dem Initiator die Richtigkeit seines Konzeptes bestätigen. Viel wichtiger jedoch ist das, was man als sozialen Aspekt bezeichnen müsste, nämlich die zwischenmenschlichen Kontakte, die sich bildeten. Einerseits zwischen den Akteuren der sich frei zur sog. AKADEMIE OLDENBURG zusammengeschlossenen Gruppe von Amateuren und professionellen Handwerkern und Künstlern. Als auch diejenigen mit und zwischen Passanten bzw. Besuchern. Sind das nicht herrliche Beispiele des 8. Mai 1976? - Eine deutsche und eine italienische Familie schlossen durch ihre Kinder Freundschaft, was bereits nach wenigen Wochen zu gegenseitigen Besuchen und Ferieneinladungen führte; ein Maschinenbauingenieur, der zunächst den Umgang mit Amboss und Feldschmiede verständnislos belächelt hatte, beschäftigt sich plötzlich mit der Geschichte des Werkzeugs, besucht erstmals das in Remscheid beheimatete Werkzeugmuseum und sucht bereits zielstrebig nach immer rarer werdendem alten Handwerkzeug in den immer seltener werdenden kleinen bergischen Betrieben und Kotten. Und last but not least ist von einem Bauarbeiter zu erzählen, der Mut gefunden hat, sich mit Steinmetzwerkzeug versehen als Bildhauer zu versuchen..."

 

Die Akademie Oldenburg wurde von Anatol und Joseph Beuys ins leben gerufen. Zu der erneuten Arbeitszeit auf der Alleestraße im Mai 2019 kommt es nun nicht mehr...

 

Am 1. Dezember 2019 zeigt die Adler Apotheke eine Ausstellung mit Arbeiten zu Ehren von Anatol.